Neue Leitungsstrukturen

Vor 20 Jahren wurde die konzeptionelle Stabilität der Basler Schulen zu Gunsten eines linken Reform-Experiments kontinuierlich zerstört. Mit der Schulharmonisierung wird das sozialistische Reform-Programm jetzt gesamtschweizerisch durchgezwängt. Die Verwirklichung der teilautonomen Schulen liefert keine Garantie, dem kontinuierlich schleichenden Abbau der Mitsprachemöglichkeit der Lehrerinnen und Lehrer Einhalt zu gebieten. Das Gespräch und die Entwicklungsfreude werden sich auf sog. Feedback-Runden beschränken, denn bei der Verwirklichung der teilautonomen Schule geht es in erster Linie um die Hierarchisierung und Ökonomisierung der Schule. Die mit grösster Machtfülle ausgestatteten Schulhausleitungen werden das Schulleben und die Schulentwicklung so ordnen, dass Individualisten, wie es Lehrkräfte nun einmal sind, unweigerlich unter die Räder kommen werden. Mit den geplanten Strukturen wird der “erstickende Durchgriff von oben nach unten” institutionalisiert und die Mitsprachemöglichkeit der Lehrkräfte praktisch ausgeschaltet. Zwar hat die Mehrheit, der an der Urabstimmung teilnehmenden Basler Lehrkräfte ein Ja für das Referendum gegen die neuen Leitungsstrukturen abgegeben, dennoch ergreift die FSS kein Referendum, weil die angeblich nötige 2/3 Mehrheit dafür fehle. Die Propaganda des ED und der FSS für die neuen Leitungsstrukturen hat sich offenbar ausbezahlt. Die Tatsache, dass ca. 65% der FSS-Mitglieder die Energie nicht mehr aufbringt, ein Ja oder ein Nein auf eine vorfrankierte Stimmkarte zu schreiben und diese in den nächsten Briefkasten zu werfen, ist alarmierend. Offensichtlich ist bereits mehr als die Hälfte der Basler Lehrkräfte Burnout-gefährdet. Es ist zu hoffen, dass der VPOD das Referendum gegen diese einschneidenden Schulgesetzänderungen ergreift und die Basler Stimmbevölkerung einen weiteren Schritt in Richtung totalitären Orwell-Staat demokratisch zu verhindern weiss. Offensichtlich hat nur ein kleiner Teil der Basler Lehrkräfte begriffen, dass mit den neuen Leitungsstrukturen die Entlassungsbehörden in Zukunft direkt in den einzelnen Schulhäusern wirken werden.

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